Prinzessin Caroline Elisabeth Ida wurde am 13. Juli 1884 als viertes Kind des Fürsten Heinrich XXII. von Reuß ältere Linie (1846–1902) und dessen Frau Ida von Schaumburg-Lippe (1852–1891) in Greiz geboren. Ihre Kindheit erlebte sie mit fünf Geschwistern im Greizer Oberschloss. Als Caroline sieben Jahre alt war, starb ihre Mutter, zehn Jahre später ihr Vater. Nahe Verwandte aus Bückeburg nahmen sich der verwaisten Kinder an.
Der „Stern von Weimar“
Am 30. April 1903 heiratete Caroline in Bückeburg den Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar-Eisenach (1876–1923). Unter den Hochzeitsgästen waren der deutsche Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) und Königin Wilhelmina der Niederlande (1880-1962).
Am 2. Juni 1903 hielt das junge Paar unter großer öffentlicher Anteilnahe Einzug in der Residenzstadt Weimar. Es wohnte zunächst auf Schloss Ettersburg, später im Stadtschloss Weimar. Großherzog Wilhelm Ernst galt als ungezügelt, draufgängerisch und rabiat; seine Interessen am Militärwesen und an der Jagd teilte die sensible Caroline in keinster Weise. Sie rieb sich in ihrer Ehe auf, dachte häufig an Selbstmord. In der Weimarer Bevölkerung war Caroline hoch geachtet und beliebt, durch ihr soziales Engagement wurde sie schon bald als „Stern von Weimar“ bezeichnet. Sie trat diesbezüglich das Erbe von Maria Pawlowna und Großherzogin Sophie an – beide hatte viel für die Etablierung und den Ausbau wohltätiger und sozialer Einrichtungen im Großherzogtum getan.
Große und bleibende Verdienste erwarb sich Caroline auch um die Förderung der Künste. Mit Carolines Hilfe gründeten Max Liebermann (1847–1935), Max Klinger (1857–1920) und Harry Graf Kessler (1868–1937) in Weimar den Deutschen Künstlerbund. Für Henry van de Velde (1863–1957) war sie eine der wichtigsten Stützen in Weimar.
Postume Würdigung
Großherzogin Caroline war erst 20 Jahre alt, als sie am 17. Januar 1905 im Alter von nur 20 Jahren an den Folgen einer schweren Lungenentzündung verstarb. Ein großer Trauerzug begleitete sie zum historischen Friedhof, wo sie als letztes Mitglied des Hauses Sachsen-Weimar in der Fürstengruft beigesetzt wurde.
In der Festrede anlässlich der Grundsteinlegung zum Carolinenheim teilte der geheime Kirchenrat Dr. Spinner (1854–1918) mit, dass die neue „Anstalt“ dem Wunsche des Großherzogs entsprechend den Namen „CAROLINENHEIM“ führen solle. So würde das Gedenken an seine verstorbene Gattin im Lande lebendig erhalten. Als weiteren Grund führte Spinner an, dass Caroline „von der beabsichtigten Erbauung eines Siechen- und Blödenheims mit teilnahmsvollem Interesse Kenntnis genommen habe und den Verhandlungen in dieser bedeutsamen Angelegenheit einen gesegneten Verlauf wünsche.“
Im Eingangsbereich des Hauses 1 erinnert noch heute ein von dem Geraer Bildhauer Otto Oettel (1878–1961) angefertigtes Marmorrelief an Caroline. Unterhalb des Reliefs befinden sich das Weimarische und das Reußische Wappen.
Großherzogin Caroline ist außerdem die Namenspatronin für den Carolinenturm auf dem Kötsch (ein Berg am Thüringenweg im Weimarer Land), die Carolinenpromenade in Weimar, das Carolinenthal und die Carolinenbrücke in Eisenach – Zeugnisse eines regelrechten Kulte um Caroline, der kurz nach ihrem Tod einsetzte und sie in die Nähe der sagenhaften Heiligen Elisabeth rückte.



